"Wir suchen und pflegen Kontakte zu Menschen in Wittens Partnerstädten"
Mit den Bauchtänzerinnen aus Rüdinghausen treten am 30. März auch Frauen aus Tczew auf. Foto: Svenja Hanusch
Mit den Bauchtänzerinnen aus Rüdinghausen treten am 30. März auch Frauen aus Tczew auf. Foto: Svenja Hanusch

WAZ. Auch in diesem Jahr bietet der Freundschaftsverein Tczew - Witten wieder ein volles Programm. Das reicht von Studienreisen über eine Jugendfußballbegegnung bis zu spannenden Vorträgen und Gesprächsrunden.

Die meisten finden in der Reihe „Bettis Salon“ in der Gaststätte Zum alten Fritz in der Augustastraße statt. Mit Betti ist Bettina von Arnim gemeint, die sich im 19. Jahhundert schriftlich kritisch mit der Beziehung von Deutschland und Polen auseinandersetzte.

Am heutigen Dienstagabend geht es in der Reihe um „Klima, Atom, Kohle – strahlende Zukunft“. Auch, dass die polnische Regierung mit großen Plänen zum Atomstrom das Energieproblem lösen möchte, wird dabei diskutiert. Und natürlich, wie die Situation hier in Witten aussieht. Dazu sind Vertreter hiesiger Parteien und der Mieterverein eingeladen.

Am 12. März geht es um Frauen und Migration. Darin soll die gesamte Spanne vom beruflichen Aufstieg bis zur fast sklavenhaften Ausbeutung besprochen werden. Am 19. März liest Pater Siegfried Modenbach im Pfarrheim von St. Marien aus seinem Buch „Liebe hat viele Gesichter“. „Die Kirche ist in der Bewertung der Sexualität leider schon lange aus der Zeit gefallen”, beklagt er in seinem Buch, das im November 2018 auf den Markt kam. Darin fordert er ein Umdenken – einen anderen Umgang mit Sexualität, ein anderes Sprechen über die Sexualität und einen offenen Dialog mit Gläubigen und Nichtgläubigen.

Und am 30. März findet ein großes Fest in St. Pius statt, bei dem die Rüdinghauser Bauchtanzgruppe von einer aus Tczew Besuch bekommt. Unter dem Titel „Janosch und der lange Schatten der Kindheit“ geht es am 9. April um den bekannten Autor und Illustrator. Und am 7. Mai gibt es Anlass zum Feiern und kritischen Nachfragen. „Nation – 70 Jahre Grundgesetz“ heißt es da in Bettis Salon. Das Buch „deutsch, nicht dumpf“ bildet dazu die Grundlage. „Dürfen wir unser Land lieben? Dürfen wir es gar Heimat nennen?“, fragt die Schriftstellerin und Philosophin darin. Sie plädiert für einen „aufgeklärten Patriotismus“.

Vom 15. bis zum 23. Juni führt eine Studienreise nach Tczew, vom 12. bis 20. Oktober eine weitere. Und vom 20. bis 25. Jnui fahren dann die Fußballer des FSV zur Jugendfußballbegegnung mit dem Verein Gryf aus Tczew.

Das Buch „Wir Strebermigranten“ bildet am 9. Juli die Grundlage zur Diskussion in Bettis Salon. Emilia Smechowski erzählt darin die Geschichte ihrer Familie, die in den 1980er Jahren ais Polen nach Deutschland kam. Aus einem tristen Land ins hippe Westberlin. Emilia hieß noch Emilka, als ihre Eltern sich auf die Reise machten. Es ist die Geschichte von verbissenem Aufstiegswillen, von Befreiung und Selbstbehauptung.

Am 3. September spricht Pfarrer Horst Hoffmann bei Lehmkul über „Erasmus von Rotterdam und den Frieden“, während es am 10. 9. in Bettis Salon um den „Heiligen Krieg“ geht. Immer wieder taucht der Begriff als Schlagwort für historische Verbrechen oder politische Programme der Gegenwart auf.