Der Verein „Etiopia Witten“ organisiert die Hilfe, hier (v.li.) Helga Mönks, Ahmedfin Idris und Martina Niemann. Foto: Fischer

WAZ. Es ist Zufall, dass die Reise zu Weihnachten losgeht. Denn dem Gedanken, dem Nächsten zu helfen, widmet sich der Verein „Etiopia Witten“ das ganze Jahr über. Seit 2010 schickt er jedes Jahr Hilfsmittel in die Wittener Partnerstadt Mekelle. 28 Container, beladen mit Hilfsgütern, hat der Verein jetzt wieder auf dem Weg nach Äthiopien geschickt.

Computer, Schulbücher, Tornister, aber auch Feuerwehrausrüstung oder medizinische Geräte füllen die Container, die von Antwerpen über Dschibuti nach Mekelle verschifft werden.

„Wir danken den vielen zahlreichen Spendern, die uns wieder unterstützt haben“, sagt Vereinsgründer Ahmedin Idris. Die Wittener Transportfirma Stratmann hat erneut kostenlos Lagerung und Beladung übernommen.

In Mekelle angekommen, wird das Material in der Stadt und in umliegende Dörfer verteilt. Das geschieht aber erst Mitte Februar. „Dann reisen auch wir mit einer Gruppe von 30 Leuten hin, um die Übergabe zu machen“, sagt Vereinsmitglied Martina Niemann.

Das Schulmaterial werde vor allem an die Dörfer verteilt, so Vorstandsmitglied Helga Mönks. Diese Ortschaften liegen bis zu drei Stunden entfernt von der Großstadt Mekelle im Norden Äthiopiens. „Da besteht ein großer Unterschied zwischen ländlichen Gebieten und den Städten. Besonders auf dem Land sind die Schulen sehr schlecht ausgestattet“, sagt die 71-jährige ehemalige Lehrerin.

Die Schulen haben dort nur etwa vier Klassen, erklärt der in Witten niedergelassene Hausarzt Ahmedin Idris. Nicht alle Schulen in den ländlichen Gebieten können mit Büchern oder Tafeln versorgt werden. „Das Land ist im Aufbau und arbeitet stetig an seiner Infrastruktur.“ In Mekelle sei das anders, da arbeiten Lehrer auch mit Computern oder Handys.

Ausrüstung wie feuerfeste Jacken, Stiefel und Helme gehen an die Feuerwehr von Mekelle. „In Äthiopien hat das Feuerlöschen keine Tradition“, sagt Idris, der äthiopische Wurzeln hat und seit 1980 in Witten lebt. „Erst mit der Entstehung von modernen Städten haben sich Probleme mit Feuer entwickelt.“

Mit seinen Spenden hilft der Verein, den Aufbau des Landes mit zu gestalten. Das ist aber nur eines der Projekte von Etiopia Witten. Gleichzeitig unterstützt der Verein lokale Kräfte dabei, Schulen und medizinische Aufklärungsprojekte mit aufzubauen.

Die Arbeit funktioniert nicht zuletzt dank der vertraglich geregelten Zusammenarbeit mit der örtlichen Landesregierung der Region Tigrai sowie der Universität von Mekelle.

„Wenn wir einen Euro spenden, gibt die Regierung das Dreifache dazu. Wir geben im Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Vereinsgründer Idris. „Das gibt den Menschen dort Hoffnung und unterbindet die Auswanderung.“

Gründung und Ziele der Vereinsarbeit:

  • Der Verein „Etiopia Witten“ hat sich 2009 gegründet. Die Idee hatte Ahmedin Idris nach einer Reise mit einer etwa 40-köpfigen Gruppe im Jahr 2008.
  • Etiopia Witten hat Projekte in verschiedenen Bereichen, darunter Gesundheit, Bildung und Infrastruktur. Die Arbeit des Vereins zielt darauf, Wissen an die Bevölkerung zu vermitteln.
  • Weitere Informationen zu den Projekten des Vereins sind online zu finden unter: www.etiopia-witten.de.

WAZ-Bericht von Thuy-An Nguyen

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