Der Vorstand des Freundeskreises Witten-Kursk in der Ausstellung: Dieter Boele (v. li.), Udo Walden-Muth, Peter Kieselbach und Rita Boele. Foto: Bastian Haumann

WAZ. Schon 30 Jahre besteht der Freundeskreis Witten-Kursk. Grenzen wurden seitdem überwunden, Freundschaften entstanden. Gründe genug, um die Verbindung zwischen dem Wittener Verein und der russischen Partnerstadt in einer Ausstellung zu würdigen.

In Abstimmung mit der Stadtgalerie und der Wittener Uni wird dazu ein Raum im Obergeschoss des Centers genutzt, ein leerstehendes Ladenlokal. Die Schau läuft voraussichtlich bis November. Zu sehen sind unter anderem Fotos, Plakate und Zeitungsausschnitte. Sie halten die Entwicklung dieser Städtepartnerschaft in sehr persönlicher Form fest.

„Damaliges Ziel war zu zeigen, dass der Krieg überwunden wurde und wir gemeinsam ein Zeichen für den Frieden setzen“, erzählt Dieter Boele, Vorstandsmitglied des Freundeskreises. Kursk liegt rund 500 Kilometer südlich von Moskau an der Grenze zur Ukraine. Während der 30-jährigen Freundschaft wurden zahlreiche Projekte und Friedenskooperationen gestartet, um dieses Ziel bis heute zu verfolgen. „Junge Kursker wurden beispielsweise in Deutschland ausgebildet. Und Ärzte aus Kursk besuchten Krankenhäuser in Witten“, berichtet Boele.

Wichtig sei hierbei vor allem der gegenseitige Austausch gewesen. Für die Zukunft würde der Freundeskreis Witten-Kursk versuchen, eine nachhaltige Vernetzung zwischen verschiedenen Vereinen und Gruppen in Kursk und Witten zu fördern. „Deswegen bestehen auch Partnerschaften zwischen Wittener und Kursker Schulen“, sagt Rita Boele. Sie ist ebenfalls im Vorstand des Vereins.

Schulpartnerschaften bestehen zwischen der Holzkamp-Gesamtschule in Annen und der Schule Nummer 32 in Kursk sowie zwischen der Hardenstein-Gesamtschule in Vormholz und der kursker Mädchenschule Nummer 6. Übrigens werden die Schulen in Kursk, anders als bei uns, durchnummeriert. Zudem werde versucht, bestimmte Veranstaltungen dauerhaft einzurichten. „Derzeit planen wir ein kleines Jazz-Festival, das in Witten stattfinden soll. Jazz-Bands von hier und den Partnerstädten Beauvais in Frankreich, Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt und Kursk sollen auf diesem Fest spielen“, erzählt Vorstandsmitglied Peter Kieselbach.

Der Freundeskreis Witten-Kursk besteht aus 68 Mitgliedern. Die Vorstandsmitglieder Rita und Dieter Boele sowie Peter Kieselbach und Udo Walden-Muth fahren selbst alle zwei Jahre nach Russland, um sich mit Kurskern über aktuelle Pläne auszutauschen und weitere Veranstaltungen zu planen.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Stadtgalerie, montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr, für jeden interessierten Besucher frei zugänglich.

Der Freundeskreis Witten-Kursk lädt am Samstag, 21. Oktober, zur Veranstaltung „Diplomatie von unten: Städtepartnerschaften heute“ ein.

Im Seminarzentrum der Vhs wird ab 19 Uhr über die Wichtigkeit von Städtepartnerschaften diskutiert.
Anmeldungen sind bis zum 12.10. auf www.vhs-wwh.de möglich. Eintritt: 10 Euro inkl. Buffet.

WAZ-Bericht von Rebecca Rehr

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